Wir sind drin! Fuchs & Habicht

Beim Produktdesign-Studium lernten sich die Gründer Sascha Kleczka und Leonhard Berger kennen. Beim Partnerdiplom entstand „Fuchs & Habicht".

Fotos: Sina Tarves

NATURVERBUNDENHEIT VON KLEINAUF

Beim Betreten des Ateliers von Fuchs & Habicht im Science Park merkt man sofort die Liebe zum Produktdesign und die Nähe zur Natur, die die Arbeit der beiden Gründer Sascha Kleczka und Leonhard Berger schon ein Leben lang prägt: Sascha Kleczka verbrachte von jung auf viel Zeit bei seiner Familie in Österreich, wo das Holzhandwerk über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Auch Leonhard Berger wurde schon als Kind durch die Arbeit seines Vaters im Sägewerk geprägt. Nach Abstechern ins Kaufmännische und die Pädagogik für Berger und einer Ausbildung zum Tischler sowie der Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk von Kleczka, trafen sich beide beim Produktdesign-Studium an der Kunsthochschule Kassel. Schnell wurde klar, dass sie die gleiche Leidenschaft verbindet und sie ein gutes Team sind. Im Studium stellten sie fest, dass viele Produktdesigner ihre Produkte und auch ihre Einflussmöglichkeiten an Fertigungspartner abgeben. Das wollten die beiden Designer anders machen und die Fertigung selbst in die Hand nehmen. So entschieden sie sich im Rahmen ihres Partnerdiploms Fuchs & Habicht, eine nachhaltige Möbelfaktur zu gründen, die die beiden nun seit knapp einem Jahr betreiben. Der Name Fuchs & Habicht wurde dabei nicht ohne Grund gewählt und bezieht sich auf den Habichtswald sowie den Reinhardswald, der seinen Namen von Goethes Fabel „Reineke Fuchs“ haben könnte. Er spiegelt die Nähe zur Region wider, die den Gründern besonders wichtig ist.

 

ROHSTOFF MIT DNA – DIE FASZINATION HOLZ

„Das Holz spielt die Hauptrolle in all unseren Produkten“, sagt Sascha Kleczka. Das Unternehmen verwendet häufig Holz und Rohstoffe aus der Region und vermeidet so lange Transportwege. Besonders fasziniert sie die Maserung, die für jedes Stück Holz einzigartig ist und eine eigene Geschichte erzählt: „Obwohl wir jedes Bauteil identisch bearbeiten, hat es doch einen Unikatcharakter, weil die Maserung vom Holz nicht wiederholbar ist.“, erklärt Leonhard Berger. Für Sascha Kleczka ist Holz ein Rohstoff mit eigener DNA, mit eigener Geschichte, die sich in der Maserung widerspiegelt. Daraus ein Produkt zu entwickeln, das außerdem durch die Langlebigkeit auch noch CO2 binden kann, ist für ihn ein besonders spannender Aspekt der Arbeit.

NACHHALTIGKEIT BIS INS DETAIL

Auch bei anderen Materialien legen sie großen Wert auf Nachhaltigkeit. So wird der genutzte Stahl zu 99,9% recycelt, Textilien entstehen aus Wollresten, und durch Mischung mit Pigmenten mit pflanzlichen Oberflächenölen entstehen die Farben der Möbelstücke. Da neben Baumkrone, Rinde, Borke sowie dem Kern des Stamms nur ca. 30% des Holzes tatsächlich als Möbelstück verarbeitet werden kann, verschenkt das Unternehmen einen Großteil der „Holzreste“ an regionale Unternehmen zur Weiterverarbeitung. Das Thema Nachhaltigkeit bezieht sich aber nicht nur auf die Rohstoffe, es geht den beiden auch um den regionalen Nachhaltigkeitsgedanken und die Kooperation zu unterschiedlichen Unternehmen, Designer*innen und Handwerker*innen vor Ort.

VON DER IDEE ZUM FERTIGEN PRODUKT

Von der Idee bis zum fertigen Produkt der gerade veröffentlichten Kollektion „Dickicht“ dauerte es vier Monate. Am Anfang standen dabei viele Gespräche, Prototypen, Materialstudien und Zeichnungen. Welche Eigenschaften soll das Design des Produktes am Ende haben und wie sieht die Balance zwischen Design und Nutzbarkeit aus? Die Teamarbeit des stetig wachsenden Unternehmens war dabei essenziell: „Je mehr Austausch es im Team gibt, desto schneller kommt man zum Ziel“, sagt Leonhard Berger. Aktuell fertigen sie ihre Produkte selbst, möchten in Zukunft jedoch gerne mit regionalen Betrieben zusammenarbeiten und das Handwerk in der Region stärken. Hierfür arbeiten sie bereits mit dem Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg e.V zusammen, die für sie ihre Holzteile fertigen, suchen aber unter anderem noch ein Unternehmen, dass die Stahlverarbeitung für sie übernehmen kann.

DAS NEUE DICKICHT IM SCIENCE PARK

Bisher arbeiteten Fuchs & Habicht in einer kleinen Tischlerei in Ahnatal, in der bereits in den letzten 80 Jahren Möbel gefertigt wurden. In das Atelier im Science Park haben sich die beiden direkt verliebt. Es war nicht nur der perfekte Ort, um Anfang Juli ihre erste eigene Kollektion zu präsentieren, es ist der perfekte Raum zum kreativen Denken, für die Entwicklung neuer Produkte, der Herstellung von Prototypen und des Austauschs. Besonders spannend für die Gründer ist dabei das Netzwerk und die Gründerszene, die der Science Park bietet. Sie freuen sich auf die Nähe zu anderen jungen Unternehmen, den damit verbundenen Austausch, mögliche Kooperationen und über jede*n, der vorbeischaut und sich hier die Kollektion anschauen möchte.

www.fuchs-habicht.de
www.shop.fuchs-habicht.de 

Es soll nicht heißen, man hätte Sie nicht informiert.

Das kann sich sehen lassen! Unsere Unternehmen im Science Park stellen sich vor.

Früher hieß es arbeiten …