Klaus Stern arbeitet im Science Park an seinem neuen Filmprojekt

In dem aktuellen Projekt des Dokumentarfilmers geht es um ein Big Data Unternehmen im Silicon Valley

Klaus Stern ist einer der erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilmer. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Versicherungsvertreter“ und „Weltmarktführer“, die mit diversen Filmpreisen ausgezeichnet wurden. Um an seinem aktuellen Filmprojekt zu arbeiten, hat er sich im Science Park eingemietet und einen Schnittplatz eingerichtet. Woran er arbeitet und was er an der Atmosphäre im Science Park schätzt, verrät er im Interview.

Herr Stern, woran arbeiten Sie aktuell?
In meinem aktuellen Filmprojekt geht es um eine große Big Data Firma im Silicon Valley. Palantir, die auch die hessische Polizei mit Software ausstatten. Zu den Auftraggebern des Unternehmens zählen diverse Geheimdienste wie die CIA. Besonders vor diesem Hintergrund ist die Firma nicht unumstritten. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen aber pro bono für Opfer von Naturkatastrophen oder zur COVID 19 Erfassung und Bekämpfung.

Um den Film zu finalisieren, sind Sie in den Science Park gezogen. Gibt es bei dem Film etwa Verbindungen zu hier ansässigen Startups?
(lacht) Nein, im Science Park sind alle Unternehmen doch vernünftig. Oder? Ich habe mir einen Raum im Science Park gemietet, um dort die Schnittarbeiten durchführen zu können. Während ich bei meinen vorherigen Filmen den Schnitt fast komplett in Berlin getätigt habe, will ich es dieses Mal aufsplitten. Und der Science Park ist eine perfekte Möglichkeit hier vor Ort in Kassel. Vielleicht ergeben sich gar Kooperationen. Eben ist mir gerade Dennis Stein-Schomburg schon über den Weg gelaufen. Oliver Bracht von Eoda hat vor Ewigkeiten mal mit mir in einer WG gewohnt.

In vielen Ihrer bisherigen Filme haben Sie große Visionäre dargestellt, Menschen mit großen Zielen, die nicht selten gescheitert sind. Wonach treffen Sie die Auswahl Ihrer Filme und was wollen Sie mit Ihren Filmen vermitteln?
In meinen Filmen geht es mir vor allem darum, nicht zu urteilen, sondern alle Seiten darzustellen und die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Denken anzuregen. Es gibt kein schwarz und weiß, kein gut und böse. Mir geht es darum, einen Einblick zu ermöglichen in die Welt der Protagonisten. Spannende Geschichten und Personen für meine Filme begegnen mir auf unterschiedlichen Wegen. Bei meinem aktuellen Film gab es beispielsweise einen persönlichen Kontakt, der mich auf das

Unternehmen aufmerksam gemacht hat. Mich interessieren dabei besonders Personen, die etwas erreichen wollen, die große Ziele haben und einen besonderen Charakter, in Teilen vielleicht sogar ein wenig narzistisch sind. Bisher habe ich mich zum Großteil mit Personen aus Nordhessen beschäftigt, in meinem aktuellen Film dagegen kommen viele Protagonisten aus den USA.

Wie schaffen Sie es, so in die Welt der Protagonisten einzutauchen?
Das ist die Herausforderung in jedem Film. Teilweise hat es Jahre gedauert, bis ich überhaupt die Zustimmung der Protagonisten für den Filmdreh hatte. Wenn wir dann vor Ort sind, müssen wir uns Vertrauen erarbeiten. Wichtig ist Gewöhnungseffekt bei den Protagonisten – wir sind so oft es geht vor Ort dabei, bis wir irgendwann nicht mehr wahrgenommen werden. Mein Kamerateam und ich müssen es schaffen, für die Protagonisten „unsichtbar“ zu werden.

Und solche Szenen, wie in „Versicherungsvertreter“ wenn wir Mehmet Göker in voller Aktion zeigen können, die sind für einen Dokumentarfilmer natürlich ein Fest!

Das Interview ist im aktuellen Newsletter vom November 2020 erschienen. Zum Newsletter geht es hier.

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