"Es braucht Unternehmertum, Mut zum Risiko und die Lust, viel Energie reinzustecken"

Die Gründer des Ingenieurbüros IKS Mobilitätsplanung Andreas Schmitz und Alexander Gardyan arbeiten mit ihrem siebenköpfigen Team an Mobilitätskonzepten.

Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Jeder hat seine Perspektive und seinen Lebensstil, der eine ist Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer. Was bedeutet es für ältere Menschen oder Eltern mit Kindern, wenn Radfahrer und Fußgänger sich gemeinsame Flächen teilen? Wann wird es unattraktiv zu Fuß zu gehen? Warum werden Fahrradständer auf Gehwegen und nicht auf Parkplätzen aufgestellt? Gerade der Fußverkehr hat eine große Bedeutung für das städtische Leben, doch bisher setzen sich erst wenige Städte mit Strategien auseinander, wie er gefördert werden kann.

IKS Mobilitätsplanung, ein Ingenieurbüro mit Sitz im Science Park Kassel, entwickelt umsetzungsorientierte Strategien und Mobilitätskonzepte für öffentliche und private Auftraggeber. Spezialisiert haben sie sich im Bereich Fußverkehr, Radverkehr und Parkraummanagement.

„Wir setzten uns kritisch mit Verkehr und Mobilität auseinander. Das wurde uns schon in der Hochschule vermittelt.“, beschreibt Andreas Schmitz, Geschäftsführer von IKS Mobilitätsplanung, den strategischen Ansatz des Ingenieurbüros. „Wir finden es wichtig einen Stein ins Wasser zu werfen und Diskussionen zu beginnen. Der öffentliche Raum ist mehr als nur ein Abstellplatz und eine Fahrbahn für Autos.“

Das Ingenieurbüro zeichnet sich durch einen hohen Erfahrungsschatz in der Planung aus. Viele Auftraggeber vertrauen bereits seit Jahrzehnten auf eine gute Zusammenarbeit über verschiedene Projekte hinweg.

Aktuell konnte IKS ein spannendes Projekt in Kiel an Land ziehen. „Kiel ist eine Stadt, die von drohendem Fahrverbot betroffen ist. Eine wesentliche Stellschraube, um den Autoverkehr zu reduzieren, sind die Parkplätze,“ erklärt Schmitz. IKS entwickelt nun das gesamtstädtische Parkraummanagement 2.0 für die Stadt Kiel und ein Konzept, wie dieses stufenweise umsetzbar ist.

Die Arbeit ist projektbezogen
IKS bietet Dienstleistungen in zwei Bereichen an, die erheblichen Einfluss aufeinander ausüben. Der eine Bereich umfasst die strategische und konzeptionelle Verkehrsplanung. Hierbei werden Verkehrskonzepte für Fußverkehr, Radverkehr und den ruhenden Kfz-Verkehr (Parken) erstellt. Auftraggeber von IKS sind oft Kommunen und Städte, aber auch Ingenieurbüros, Architekten oder private Investoren und Projektentwickler.

Der zweite Bereich beinhaltet Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung. „Maßnahmen ohne Beteiligungsverfahren sind heutzutage gar nicht mehr umsetzbar“, beschreibt Andreas Schmitz die Relevanz dieses Themenfeldes. „Vor allem die Diskussionen um Parkraumkonzepte sind teilweise sehr emotional geprägt, gerade wenn es um den Parkplatz vor der eigenen Haustür geht. Da sind solche Beteiligungsverfahren notwendig, in denen wir versuchen die verschiedenen Interessensgruppen an einen Tisch zu bringen“. Oftmals gibt es auch keine Lösung, die alle zufrieden stellt. „Planung ist immer ein Abwägungsprozess und politisches aushandeln“, erklärt Schmitz die Philosophie von IKS.

Der Weg zum eigenen Planungsbüro
Die Gründung von IKS Mobilitätsplanung erfolgte Mitte 2014. Die Geschäftsführung haben die Diplom-Ingenieure Alexander Gardyan und Andreas Schmitz. Sie kennen sich durch eine frühere gemeinsame Beschäftigung in Kassel. Gardyan war viele Jahre Mitarbeiter in Schmitz Büro, der schon 1985 durch seine Diplomarbeit „Parken in der Kasseler Nordstadt“ in die Selbstständigkeit „gerutscht“ ist. Auch für Gardyan war die Selbstständigkeit schon immer interessant. „Die Selbstständigkeit bietet spannende Perspektiven, sich als Planer zu verwirklichen“, so Gardyan.

Ihre bisherige Bekanntheit im Markt verhalf dem Gründungsteam zu einem erfolgreichen Start. „Für Neugründer gibt es viele Fallstricke z.B. in der Buchhaltung. Diese Probleme hatten wir nicht, weil die Erfahrung schon da war“, so Schmitz, von dessen jahrelanger Branchenerfahrung IKS in der Startphase profitieren konnte.

„Man darf allerdings den Zeitaufwand am Anfang einer Gründung nicht unterschätzen. Eine bürointerne Infrastruktur muss aufgebaut werden. Wer sind meine Ansprechpartner? Was muss ich klären? Gerade zu Beginn ist eine intensive Vorbereitung notwendig. Man muss sich auch mit unangenehmeren Dingen auseinandersetzten, wie die Umsatz- du Gewerbesteuer,“ warnt er andere Gründungsinteressierte.

Für seinen Kollegen Gardyan ist Gründung auch immer eine Typ-Frage. „Wer für sein Leben Ruhe und Sicherheit will, ist mit einer Anstellung sicherlich besser aufgehoben“, so Gardyan. „Es braucht Unternehmertum, Mut zum Risiko und die Lust viel Energie reinzustecken.“

Doch beide Geschäftsführer schätzen die Selbstständigkeit. „Es macht stolz, wenn Projekte mit eigenen Planungsideen umgesetzt werden. Man ist nicht nur Teil von etwas, sondern maßgeblich am Erfolg der Projekte beteiligt,“ sagt Gardyan. Schmitz ergänzt noch, „Ich schätze sehr die hohe Selbstbestimmung. Es kommt kein Frust durch Weisungsgebundenheit auf. Man kann außerdem mehr Innovationen einbringen.“

Beide Geschäftsführer studierten Stadtplanung an der Universität Kassel und beschäftigen auch häufig Praktikanten aus ihrem ehemaligen Fachbereich. Das Team von IKS Mobilitätsplanung besteht aus sieben Verkehrsplanern, Stadtplanern und Umweltingenieuren, die alle im Science Park Kassel sitzen. Nach und nach wurden weitere Büroräume angemietet. Gerade diese Wachstumsmöglichkeiten und die Flexibilität die Räume den eigenen Bedürfnissen anzupassen, gefällt den Gründern am Science Park Kassel.

Text: Jaana Kistner

Infos zum Unternehmen:
https://www.iks-planung.de/

Es soll nicht heißen, man hätte Sie nicht informiert.

Das kann sich sehen lassen! Unsere Unternehmen im Science Park stellen sich vor.

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