Daumenkriterien zum Prüfen der Geschäftsidee

Hat meine Idee überhaupt Marktpotential? Gibt es "Daumenkriterien" für eine gute Idee?

Eine Geschäftsidee sollte bereits im frühen Stadium, noch bevor erste Prototypen entwickelt werden, einem Faktencheck unterzogen werden. Hierzu kursieren im Internet zahlreiche Checklisten, beispielsweise auf existenzgruender.de. Egal, für welche man sich letztlich entscheidet - es gibt einige grundlegende Fragen, die man unbedingt beantworten können sollte:

1. Marktliche Machbarkeit: Gibt es überhaupt Kunden_innen, die das Produkt oder die Dienstleistung kaufen würden? Dabei ist wichtig zu überprüfen, ob der USP, den das eigene Produkt oder die Dienstleistung gegenüber den Wettbewerbsprodukten hat, von den Kunden_innen überhaupt als relevant angesehen wird. Es ist zu prüfen, ob man ein bestehendes Problem löst (Pain) oder ob man einen nachweislichen Mehrwert schafft (Gain), und ob bzw. woran die Kundin oder der Kunde diese Probleme überhaupt selbst erkennt.

2. Wirtschaftliche Machbarkeit: Lohnt sich die Umsetzung der Idee? Hierbei stellt sich die Frage, was genau das Angebot der Kundin oder dem Kunden wert sein sollte. Gerade im B2B Bereich muss man sich im Klaren sein, dass es im Kundenunternehmen unterschiedlichste Interessen gibt. Daher sollte die Gewissheit darüber herrschen, wem konkret weitergeholfen wird (Geschäftsführung? HR? Fachabteilung? Einzelne Mitarbeiter_innen?) und ob dieser Nutzen ausreichen wird, die Entscheider_innen im Unternehmen zu überzeugen.

3. Technische Machbarkeit: Ist die Idee umsetzbar? Als nächstes ist zu prüfen, mit welchem Aufwand die Idee umzusetzen ist. Das betrifft Aspekte, wie bspw. die Entwicklung einer Software. Weiterführend sollte die Frage gestellt werden, welche Kosten und welcher zeitliche Aufwand dabei entstehen.

4. Alleinstellungsmerkmal/Unique Selling Proposition (USP): Wenn die Idee wirtschaftlich und technisch umsetzbar erscheint, sollte geprüft werden, ob sie ein (natürlich möglichst schwer kopierbares) Alleinstellungsmerkmal aufweist. Schließlich muss man sich von zahlreichen Konkurrenten_innen abgrenzen. Die Frage nach dem USP wird zudem sowohl von Investoren_innen als auch B2B Kunden_innen häufig gestellt.

5. Warum gibt es dieses Angebot noch nicht? Eine sinnvolle "Hygienefrage" ist, ob bereits jemand versucht hat, die Geschäftsidee umzusetzen. Wenn ja, warum ist sie gescheitert? Wenn nein, gibt es möglicherweise weitere gute Gründe dafür, z.B. rechtliche Restriktionen, hohe Entwicklungskosten o.ä.?

 

Der Beitrag entstand unter Mithilfe des Bereiches "Gründungsberatung"