Finanzbedarf ermitteln

Welche Kosten muss ich für die Gründung und die Zeit danach meinem Unternehmen einplanen?

Die Kosten, die unmittelbar mit der Gründung selbst entstehen, hängen stark von der gewählten Gesellschaftsform ab. Übliche Kosten sind:

  • Notarielle Tätigkeiten und Eintragung ins Handelsregister. Die Sätze für Notarinnen und Notare sind festgelegt und können u.a. auf Seiten der Bundesnotarkammer eingesehen werden. Auch wenn die Kosten variieren, sollten bei einer GmbH Gründung rund 800-1.000 € als Richtwert eingeplant werden. Diese können auch über das Stammkapital der GmbH finanziert werden.
  • Die Gewerbeanmeldung schlägt mit rund 30 € zu Buche.
  • Rechtliche Beratung: Unter den zuvor genannten notariellen Kosten, ist bereits der Entwurf eines GmbH Vertrags enthalten. Wird jedoch eine gesonderte rechtliche Beratung zur Ausarbeitung des Vertrages benötigt, z.B. aufgrund von gewünschten Sonderklauseln, entstehen entsprechende Kosten für die Rechtsberatung, durch einen Anwalt. Auch hier gilt: Am besten fragt man Gründer_innen nach deren Erfahrungen, um Richtwerte zu erhalten. 

Kurz nach Gründung fallen zudem weitere Kosten:

  • Versicherungen wie die Betriebshaftpflicht - hier können schnell einige Hundert Euro pro Jahr zusammenkommen
  • IHK-Beiträge (je nach Rechtsform und Gewinn ab 35 Euro, s. Beitragsstaffel)
  • Kosten rund um das Geschäftskonto (je nach Bank können bspw. Kosten für Überweisungen anfallen)
  • Steuerberater_in: Die Kosten für eine professionelle Steuerberatung und Buchführung sollten ebenfalls eingeplant werden. Da diese sehr individuell ausfallen, sollte man am besten andere Gründer_innen nach deren Erfahrungen fragen.
  • Miete, Heizung und Strom
  • IT und Telefon

Daneben müssen frühzeitig die abzuführenden Steuern eingeplant werden, die sich nach der Unternehmensform richten. Auch Dinge wie IT-Ausstattung, Büromaterial, Visitenkarten und Webauftritt wollen bezahlt werden. Im internen Bereich (s.u.) sind hierzu weitere Tipps der Gründercommunity, bspw. zu günstigen Möbellieferanten der Region, aufgeführt.

Hat man zudem Fremdkapital aufgenommen (s.u.), sind hier Zinskosten zu begleichen. Nach Ablauf von ggf. vereinbarten tilgungsfreien Anlaufjahren ist zusätzlich eine Tilgung zu zahlen. Bei einer Kontokorrentlinie kann es zu Kosten für die Bereitstellung der Linie geben. Auch Drittsicherungsgeber (z.B. die Bürgschaftsbank Hessen GmbH) berechnen für die Bereitstellung von Sicherheiten, unabhängig von Umsätzen, eine Gebühr. Bei der Aufnahme von stillem Beteiligungskapital kann ebenfalls eine Zins- oder Rückzahlungsvereinbarung, unabhängig von Umsätzen vereinbart sein.

 

Dieser Beitrag entstand unter Mithilfe von Andreas Deiseroth, Kasseler Sparkasse

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